Rückblick: "Bewältigung von Angst und Stress beim Tauchen"

Am 04. Feb. 2018 fand in der Sportschule Hennef das Seminar "Bewältigung von Angst und Stress beim Tauchen" statt.

Als Lehrgangsleiter standen mit Dr. Thomas Muth, Prof. PhD Jochen Schipke, Dr. Miriam Fellner und Dr. Till Fuxius vier fachlich hochqualifizierte und erfahrene Personen bereit, um mit den angereisten 16 Übungsleitern und Tauchlehrern dieses interessante Thema in allen Facetten zu beleuchten.

Nach einer Vorstellungsrunde und der Abfrage der Erwartungen an den Lehrgangstag, wurden die Grundlagen der Physiologie und der Entstehung von Angst, Panik und Stress vermittelt. Die Tatsache, daß die Angst zu ersticken der potenteste Stressauslöser ist, den es gibt, macht viele Reaktionen unter Wasser verständlich. Wie brachte es Thomas Muth kurz und prägnant auf den Punkt: "Der Mensch ist nun mal kein Fisch". Viele interessante Zahlen und Fakten rundeten die theoretischen Hintergründe der verschiedenen Vorträge ab.

Anhand des "Transaktionalen Modells der Stressreaktion" wurden dann in Gruppenarbeit verschiedene, von den Seminarteilnehmern aus eigener Erfahrung geschilderte Erlebnisse analysiert und diskutiert. Im Anschluß daran stand die Thematik "Umgang mit schwierigen Tauchschülern" im Mittelpunkt. Auch hier wurden neben den theoretischen Hintergründen viele praktische Lösungsansätze vorgestellt und besprochen.

Nach einem reichhaltigen und leckeren Mittagessen im Restaurant der Sportschule startete dann der praktische Teil im Bad. Und nein, obwohl ein paar Tauchlehrer im Trockentauchanzug angereist waren, mussten die Teilnehmer nicht im Schneetreiben im Freibad tauchen, sondern durften in das warme und schöne Hallenbad gehen. Die Taucher im Shorty dürfte das besonders gefreut haben.

Die 4 Übungen, die dort von jedem der Teilnehmer durchgeführt werden konnten, dienten zwei Zwecken: Zum Einen sollten den Teilnehmern damit Übungen für ihre Tauchschüler an die Hand gegeben werden, um das Thema Stress und Angst praktisch zu erarbeiten. Zum Anderen konnte jeder Teilnehmer ausprobieren, wie schnell er selber durch Atemnot in Stress zu bringen ist.

Die praktischen Übungen (dunkler Tunnel zum Durchtauchen, schwarze Maske mit verblindeten Gläsern mit Übungen, wie zB. Puzzlespiel, Fuchsjagd zum Simulieren von Atemnot und Schwimmübungen mit fast zugedrehtem Ventil zum Simulieren eines Essouflements) waren gut ausgesucht und vorbereitet, und alle Teilnehmer hatten ausreichend Zeit die verschiedenen Stationen zu "durchtauchen".

Nachdem wieder alle Tauchsachen im Auto verstaut waren, traf man sich mit einem Kaffee und Plätzchen zum letzten theoretischen Teil mit den wichtigen Themen Panik, Herz- und Atmung und Persönlichkeit versus Tauchtauglichkeit. Auch hier ging es wieder um die Vermittlung von Wissen und dem Erarbeiten von praktischen Tipps, wie man den Tauchschüler aus dem Teufelskreis der Panik herausbringen kann, bevor ein Unglück passiert.

In der Abschlußbesprechung waren sich alle Teilnehmer einig, daß es sich um ein sehr gutes Seminar zu einem wichtigen Thema handelt, in welchem trotz der Beschränkung auf einen Tag alle wesentlichen Aspekte angesprochen und vermittelt wurden. Auch die Kombination aus Theorie, praktischen Anwendungen, Diskussionen und der Praxis im Hallenbad wurde lobend hervorgehoben.

Danke an alle Vortragenden für dieses gelungene Seminar!

Bericht: Dr. Eva Maria Krüdewagen, Fotos: Prof. Dr. Jochen Schipke